Sometimes

Haben Sie eine Genehmigung dafür?

Wo, wenn nicht hier, kann ich folgendes Ereignis erzählen.

Den Ort des Geschehens seht ihr hier:

Folgendes Szenario: Fotoshooting mit einem Schauspieler, mit dem Ziel Portraits in der natürlichen Wildbahn zu fabrizieren. Diese U-Bahnstation hat mich auf Grund der farblichen Gestaltung angefixt. Wir also die Tasche gepackt, Auto abgestellt und mit „kleinem“ Equipment da hin. Wie man schon auf dem Handybild erkennen kann, ist da so gar nichts los. Zumindest auf dieser Seite, auf der wir vor hatten zu fotografieren.

Kamera und Blitz raus. Licht eingestellt. Losgelegt. Natürlich bleiben ein paar Passanten kurz stehen, gehen aber zügig weiter, nachdem ihnen klar ist, da wird kein VIP fotografiert. Die nächsten Besucher sind Kinder, die lachend und lautstark gestikulierend an uns vorbeiziehen. Alles kein Problem denke ich mir, schaue weiter durch den Sucher der Kamera und vergesse die Umgebung in der wir uns befinden, da ich angenehmerweise mit dem Rücken in den Raum stehe. Großer Fehler, wie sich herausstellt. Zuerst bemerke ich nur wie der Blick meines Models immer wieder zur Seite abschweift, als ob er jemanden beobachtet. Kurz darauf flüstert er mir zu, „gleich werden wir rausgeschmissen“. Ich völlig verdutzt, nehme die Kamera runter und drehe mich um. Sehe wie von der Seite ein groß gebauter mittelalter Mann, in schwarzer Uniform mit dem rückseitigen Aufdruck Sicherheitspersonal auf uns zu läuft. Sein Blick wechselt zwischen dem Model, meiner Kamera, mir und – verdammt – meiner Tasche. Diese hat ihn scheinbar endgültig davon überzeugt, dass wir keine Touristen sind, die in der U-Bahn schnell noch ein Bild vor der Abfahrt machen. Ein Hallo oder guten Tag wäre ja zu viel verlangt. Mit strengem Blick und etwas Nachdruck in der Stimme, genau wie sein Einzelcoaching vom Arbeitsamt ihn das beim monatlichen Schulungstreffen der 1 Euro Kräfte gelehrt hat, fragt er uns: „Ham Sie ne Genehmigung dafür?“

Ich atme durch, überlege in kurzer Zeit meinem inneren Rebellen nachzugeben und frech zu antworten: „Wofür?“ Entscheide mich aber dagegen und wir gehen. Was zur Hölle spricht dagegen, in einer wenig besuchten U-Bahn Station Bilder zu machen. Dabei stört man keinen, verletzt keinen, fotografiert nur das Model und keine weiteren Personen, verletzt damit keine Rechte auf Privatsphäre. Aber nein, wir haben keine Genehmigung.

Einziger Trost: Wir wirken scheinbar professionell!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am September 20, 2012 von in About me, photographie und getaggt mit , , , , , .

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